Interview auf mp3.de
Auf www.mp3.de gibt es ein Interview mit Sänger Rou und Bassist Chris:
Ihr wart schon einige Mal in Deutschland. Wie findet ihr es hier?
Rou: Cool. Ein sehr schönes Land mit liebenswerten Menschen.
Chris: Obwohl es sehr kalt ist zurzeit, aber deutsche Fans waren immer sehr nett zu uns. Seit dem ersten Mal als wir hier auf Tour waren mit Billy Talent war es immer ein Land, das wir gerne besucht haben.
Rou: Deutschland war auch mit das erste Land in Europa, das uns als Band ernst genommen hat.
Hat es schon Mal geschneit als ihr hier wart?
Chris: Ich glaube es ist das erste Mal, dass wir Deutschland mit Schnee sehen. Ein weißes Deutschland. Es ist eine neue Erfahrung.
Leider habt ihr den richtigen Schneefall verpasst.
Chris: Oh, mach dir keine Sorgen. Wir hatten genug Schnee. England war komplett eingeschneit. Wir waren auch letztens erst in Schweden und dort war es auch sehr verschneit.
Was mögt ihr lieber: Club Shows wie heute oder Festivals?
Chris: Beides hat seine Vorteile. Festivals sind immer toll, um andere Bands kennen zu lernen und sie sind im Sommer, da kann man super relaxen. Aber bei Club Shows kann man sich besser darstellen und jeder ist nur da, um uns zu sehen. Außerdem kann man länger spielen.
Albumcover
Common Dreads
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Was ist der wichtigste Song von "Common Dreads" für euch?
Chris: "Fanfare For The Conscious Man" ist wahrscheinlich der wichtigste Song für mich. Es ist ein Querschnitt von allem, was wir mit dem Album vermitteln wollen. Als wir ihn geschrieben haben, war das gar nicht angedacht. Er sollte eigentlich nur ein instrumentaler Track werden.
Rou: Meiner wäre da wohl "Solidarity", der Opening Track, weil er sehr einheitlich ist, egal, an was man glaubt oder wo man herkommt. Das finde ich sehr speziell.
Das neue Album handelt auch mehr mit politischen Themen. Könnt ihr dazu etwas sagen?
Rou: Ja, klar. Wir waren immer schon eine sozial engagierte Band, aber mit diesem Album hatten wir endlich das Selbstbewusstsein direkt zu sagen, was wir sagen wollen. Bei "Common Dreads" geht es um drei Hauptthemen: Krieg, den Klimawechsel und Wirtschaftsstaaten.
Habt ihr mehr Ideen gehabt als Platz, auch mit all den Ideen zu arbeiten?
Chris: Als wir das Album geschrieben haben, haben wir nicht daran gedacht wie viel Songs wir schreiben und letztendlich davon nutzen. Als es dann Zeit wurde, haben wir die Wichtigsten von allen ausgewählt. Die, die jetzt drauf sind, zeigen exakt das, was wir zu der Zeit gefühlt haben. Es gibt aber noch viele Riffs und Ideen, die nur darauf warten benutzt zu werden.
Steht ihr immer noch zu allem, was ihr je gemacht habt?
Rou: Zurzeit sind wir sehr stolz auf "Common Dreads". Wenn ich an das erste Album denke, würden wir sicher Dinge anders angehen, wenn wir es noch Mal machen müssten, aber es hatte seine Richtigkeit zu der Zeit.
Ihr habt euer eigenes Label. Was sind denn die Vorteile und Nachteile hierbei?
Rou: Ein Nachteil ist natürlich die Menge an Arbeit, die das mit sich zieht, aber es gibt nichts Schlimmeres in einem Meeting mit einem Anwalt zu sitzen und verstehen zu müssen was er sagt. Wenn man es nicht versteht, kostet es mehr Geld, weil er es erklären muss und somit mehr Zeit berechnet.
Chris: Kein Geld zu haben, um sich abzusichern, ist natürlich ein Nachteil.
Rou: Ein Vorteil ist, dass wir uns niemandem unterwerfen müssen. Wir können alles selber entscheiden: Ich welche Richtung wir gehen oder wie wir klingen wollen.
Chris: Bisher hatten wir auch keine Probleme mit irgendwas, weil wir immer bei allem dabei sind. Wir sind uns bewußt, was zu tun ist, wenn eine bestimmte Situation eintritt.
Wäre es einfach für euch auf einem Majorlabel zu sein?
Rou: Für die meisten Bands wäre es wahrscheinlich einfacher, aber bei uns würden dabei ständig Diskussionen entstehen. Wir haben Leute, die den Vertrieb für unsere Veröffentlichungen machen und das reicht uns. Wenn wir noch mehr Kontrolle abgeben würden, würde es das für uns nur schwieriger machen.
Chris: Das einzige Land in dem wir einen Majorlabel-Deal haben, ist in Amerika. Es ist unmöglich für uns auch noch dort alles zu managen. Wir müssen sehr kämpfen mit der ganzen Situation.
Was ist denn die Philosophie eurer Band?
Rou: Shikari heißt Jäger. Das war sehr passend, weil es ein sehr aggressives Wort dafür ist, das zu bekommen, was man will und so ähnlich haben wir es gemacht. Wir haben alles alleine geschafft. Wir waren sehr direkt, wenn es darum ging, zu sagen an was wir glauben und wofür wir stehen. Wir wollten sicher gehen, das die Leute das auch verstehen. Man muss außerhalb der Reihe stehen, nicht das sein, was die Gesellschaft von einem erwartet und Dinge in Frage stellen.
Chris: Ja, da stimme ich völlig zu. Wir waren nie eine Band, die sich zurück lehnt und darauf wartet, dass etwas passiert.
Rou: Allein der Fakt, dass das Wort "Einheit" so viel Bedeutung für uns hat… Unsere Musik wurde beeinflusst von Musik der ganzen Welt. Es ist super, wenn Leute des unterschiedlichsten Alters zu unserer Show kommen. Alle kommen zusammen und haben eine gute Zeit. Wir lieben es Leute kennen zu lernen.
Ist es leichter für euch bekannt zu werden, weil ihr verschiedene Musikstile mischt?
Chris: Ich denke früher war das etwas, das uns besonders machte, aber ich denke das ist nicht der Grund warum wir Erfolg haben. Wenn wir es aufgenommen hätten und es einfach online gestellt hätten, hätte es genauso gut geklappt. Ich denke der Grund, dass wir erfolgreich sind… Ok, was heißt erfolgreich. Wir arbeiten immer noch so hart wie wir können, aber wir sind heute an diesem Punkt, weil wir bevor wir ein richtiges Album veröffentlichten, drei oder vier Jahre kontinuierlich getourt sind. Wir sind selber gefahren, haben die EPs und den Merchandise selbst gemacht. Es gab also keine spezielle Routine oder kein spezielles Marketing. Es war eine sehr traditionelle Methode mit seiner Kunst Geld zu verdienen.
Wie habt ihr euch verändert von "Take To The Skies" zu "Common Dreads"?
Rou: Die Produktion wurde viel wichtiger für uns. Sonst haben wir immer zwei Wochen gebraucht und diesmal zwei Monate. Der ganze Sound klingt sehr erfrischend. Wir haben viele Experimente gemacht mit verschiedenen Instrumenten und Texten.
Habt ihr irgendwas sehr anders gemacht als bei den älteren Alben?
Chris: Das Songwriting war definitiv anders. Das war das erste Album bei dem wir nicht drei Jahre an den Songs geschrieben haben während den Touren. Wir mussten das alles innerhalb von ein paar Monaten schaffen. Das war eine neue Erfahrung für uns. Aber schon als wir im Studio ankamen und anfingen an den Songs zu schreiben, wußten wir, dass es gut wird und wir das Richtige tun. Dafür hatten wir mehr Zeit im Studio und mehr Instrumente mit denen wir rumexperimentieren konnten. Das hat den Unterschied gemacht.
Ihr werdet bald die EP "Tribalism" veröffentlichen.
Chris: Ja, die EP beinhaltet zwei neue Songs, die nicht auf "Common Dreads" waren. Wir haben für die EP mit Hospital Records gearbeitet. Es ist ein Drum'n'Bass-Label aus London, die ein paar unserer Singles von "Common Dreads" geremixt haben. Rou hat auch ein paar Remixe darauf, die er selber gemacht hat, also B-Seiten. Wir waren immer Fans von Bands, die gleichzeitig mit ihren Singles auch B-Seiten veröffentlichen. Niemand kauft mehr Singles, deswegen macht auch keiner mehr welche. Wir sind sehr stolz, auf das, was wir machen und wir wollen, dass es gehört wird. Es ist wichtig für, das unsere Fans die Dinge bekommen, die wir ihnen geben. Es wird auch ein Bundle- Packet geben, bei dem man mit der EP eine Live-CD bekommen kann. Die Aufnahmen sind aus Nottingham, Rock City.
Ist die EP da, um den Zeitraum zwischen dem jetzigen und dem neuen Album zu füllen?
Chris: Nein, das würde ich nicht sagen. Wir haben zwar auch die zwei neue Songs drauf, aber hätten wir die Remixe einfach so veröffentlicht, hätten sie, denke ich, nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben.
Interessieren euch Kritiken immer noch?
Chris: Ja. Kritiken sind zwar immer nur die Ansichten einer Person, aber mich interessiert es. Ich nehme alles sehr persönlich, was meine Band angeht und nehme es mir sehr zu Herzen, was ja nichts Schlimmes ist.
Änderst du das, was kritisiert wird?
Chris: Es ist schwer, dass nicht persönlich zu nehmen, wenn jemand sagt, dass es schlecht ist. Wenn wir etwas oft lesen, dann ist es auch etwas bei dem wir uns überlegen, ob wir es ändern sollten. Zugleich sind wir aber auch der Meinung, dass wir das machen, was wir machen, weil es sich natürlich und richtig anfühlt für uns. Manche Leute verstehen das.
Ihr versucht immer in Kontakt mit euren Fans zu bleiben.
Rou: Ja, das ist sehr wichtig für uns. Wir versuchen in regelmäßigen Abständen Videos zu veröffentlichen, damit Leute, die unsere Band mögen, sich mit uns identifizieren können und sich als Teil unserer Gruppe zu fühlen. Es ist wichtig, weil man so mehr über Bands herausfinden kann. Früher war es so, dass Rockstars unantastbar waren und man kaum was über sie wußte. Heutzutage kann man das durch die neuen Medien vermeiden. Das ist cool.
Ihr dürft gerne noch ein paar Worte für eure deutschen Fans hinterlassen.
Chris: Oh, wie nett. Danke für eure Unterstützung bis jetzt und hoffentlich macht ihr so weiter. Kommt uns bald auf eines unserer Konzerte besuchen. Wir spielen auf dem Southside und Hurricane Festival für alle, die es interessiert.
Super. Danke.