Oct
21
2008

Leichenfledderei mit neuen Details

US-Journalist Charles R. Cross, Autor der Kurt Cobain-Biographie „Heavier than Heaven“, wühlte sich abermals durch den Nachlass des Nirvana-Sängers. Aus dem scheinbar unerschöpflichen Fundus hat er für seinen neuen 160 Seiten dicken Bildband, der am 27. Oktober erscheint, bislang unveröffentlichte Privatfotos ausgegraben. Der heilige Gral Nachdem Courtney Love 2003 nicht davor zurückschreckte, die intimen Tagebuchaufzeichnungen ihres 1994 verstorbenen Gatten gegen lukratives Entgelt mit einem Millionenpublikum zu teilen, hat sie Cross nun uneingeschränkten Zugang zu den Cobain-Archiven gewährt, die in einem Hightech-Bunker in Seattle lagern. „Es war wie in einem James-Bond-Film“, freut sich der Enthüllungsjournalist. „Aber wenn man erst einmal die Sicherheitskontrolle passiert hat, findet man seine gesamten Besitztümer in mickrigen Pappkartons aufbewahrt.“ „Ungreifbare Aura“ Cross entblößt nun anhand der Fotos weitere Details aus Kurts Privatleben, die den Augen der Öffentlichkeit bis dato verborgen geblieben sind. „Die Kunst, die Kurt geschaffen hat, ist so geheimnisvoll, dass wir ihre Essenz immer noch nicht fassen können. Es ist diese ungreifbare Aura, die ihn zum Star gemacht hat.“ Ob uns die neuerliche visuelle Stripshow der Essenz von Cobains künstlerischem Schaffen näher bringt, darf bezweifelt werden. Die Aufnehmen zeigen ihn zum Beispiel im zarten Alter von fünf Monaten auf dem Schoß seines Vaters im Auto, backstage beim Schlürfen von Erdbeer-Trinkjoghurt oder 1993 zu Hause im Bett liegend. Da er in erster Linie als charismatischer Sänger und Songschreiber in die Annalen der Rockhistorie einging, ist der eigentliche Wert seiner Kunst wohl weiterhin in seinem musikalischen Erbe zu entdecken.