Jul
28
2008

Albumfinanzierung durch Fanbeteiligung

Für ihr Comeback-Album planen die Kölner Indiepopper Angelika Express – derzeit eine lose Musikersammlung um Stammmitglied Robert Drakogiannakis – ein ziemlich revolutionäres Finanzierungsmodell: Durch das Splitten der Produktionskosten in kleinere Häppchen, die wiederum von Förderern und Freunden gekauft werden können, möchte die Band ihr finanzielles Risiko minimieren. Die Veröffentlichung der neuen Platte wird somit von Fans und experimentierfreudigen Kleininvestoren quasi erst ermöglicht. Nicht nur, dass die „Shareholder“ später am Gewinn beteiligt werden und neben der physischen CD tatsächlich ein Stück des Albums besitzen. Auch das System an sich riecht stark nach Zukunft. Eine Machtverschiebung nach unten deutet sich an: weg von großen Plattenkonzernen hin zum Konsumenten. Der Einfall stammt ursprünglich von Morton Valence, einer Elektropop-Combo aus Großbritannien. Angelika-Frontmann Drakogiannakis lernte die Band bei einem gemeinsamen Gig in London kennen und übernahm deren clevere Idee für seine eigene, neulich reaktivierte Formation. In Deutschland sorgten erst vor kurzer Zeit die Neubauten mit diesem Modell für Schlagzeilen. Gratisdownload der Albumtracks Auf der Website von Angelika Express, die übrigens gerade nach einem Live-Schlagzeuger suchen, wird derzeit über die Kaufgröße der „Aktien“ diskutiert. Bis die endgültig feststeht, kann der Wannabe-Mäzen sich von der Qualität der neuen Songs auf der Homepage überzeugen. Derzeit sind die Tracks noch umsonst zu haben. Bis dato hat Drakogiannakis jede Woche ein neues Stück mit Linernotes und Texten auf der Webseite gepostet.