Sep
5
2007

Trent Reznor beleidigt Veranstalter

Das 22. Rock Am See lief nicht ganz so wie geplant. Vor dem eigentlichen Auftritt von Razorlight kam eine Sprecherin des Veranstalters auf die Bühne und erklärte, die Band habe bei München einen Unfall gehabt und würde es nicht rechtzeitig zu ihrem Konzert schaffen. Den Musikern selbst war nichts passiert. Die Konzertveranstalter organisierten daraufhin die Konstanzer Skapunk-Band Mess, die ihr Debüt-Album „Raus In Die Welt“ im September 2006 aufnahmen und bereits beim Freiburger ZMF als Support der Beatsteaks aufgetreten sind. Nach dem Konstanzer Nachwuchs erschienen wie erwartet die amerikanischen Ur-Punkrocker von NoFX auf der Bühne. Nun folgte Panne Nr. 2. Wie die Stadtwerke Konstanz auf Anfrage bestätigten, kam es wegen des zu hohen Stromverbrauchs der Imbissstände während des Auftritts der Band zu einem Stromausfall. NoFX-Gitarrist Eric Melvin spielte derweil neben der Bühne Akkordeon und hielt das Publikum mit Handständen bei Laune. Die Band selbst bot zwei Stücke acapella dar und lief nach der erzwungenen 25-minütigen Pause zu Höchstform auf. Monika Kolar, Pressesprecherin des Veranstalters Koko Entertainment, gegenüber laut.de zu dem misslichen Zwischenfall: „Von dem Stromausfall bei NoFX war nicht nur das Bodensee-Stadion betroffen, sondern gleich ein ganzes Stadtviertel. Über die Ursachen bin ich mir noch nicht im Klaren. […] Nach einer Viertelstunde war der Strom wieder da und dann ging es noch richtig gut weiter. Es war eine erfrischende Einlage der Band, manche haben sogar geglaubt, dass sie zur Show gehört hat.“ Weniger locker nahm NIN-Mastermind Trent Reznor die technischen Probleme. Vor seinem Auftritt erklärte er dem Publikum, die Band habe einen Haufen Equipment, darunter Lichter und einen Screen, dabei, doch die Veranstalter könnten die geforderte Strommenge nicht aufweisen. „Die Veranstalter haben uns angelogen und verarscht. Sie haben nicht genug Power. Jetzt habt ihr heute nacht kein Licht, wegen dem fucking Promoter.“ Nach dieser Ansage legten Nine Inch Nails mit „The Beginning Is The End“ los. Trent und sein Gitarrist Aaron North spielten die Beleidigten und zerlegten nach und nach die Bühne. Von „Hurt“ spielten sie nur einige Takte, brachen den Song dann aber ab, nachdem ein Fan aus den vorderen Reihen seinen Wunsch nach dem Oldie „Head Like A Hole“ artikulierte. Nun reichte es Reznor endgültig, er warf eine Wasserflasche nach dem Betreffenden und spielte den nächsten Song an. Zum Schluss verließ die Band wie gewohnt ohne Zugabe die Bühne, nachdem Gitarren, Schlagzeug und sonstiges Equipment zerlegt wurde. Auf Nachfrage beim Veranstalter, ob man eine Forderung der Band nicht einhalten konnte oder die Stadtwerke für die Schwierigkeiten verantwortlich seien, erklärte Kolar: „Nein, Nine Inch Nails haben genau das bekommen, was sie auf dem Technical Rider, in dem die Anweisungen und Anforderungen stehen, beantragt haben. Da wurde eine bestimmte Menge Strom beantragt, und genau die haben sie auch bekommen.“ Von einem kompletten Ausfall der Lichtanlage waren andere Städte der Tour allerdings noch nicht betroffen.