Nov
7
2005

Wieder europäische Gewinner

Wir können aufatmen: Europa ist wieder etwas wert – zumindest gewannen dieses Jahr wieder einige europäische Künstler einen MTV Europe Music Award. Noch im letzten Jahr glänzten vor allem die Amis bei der europäischen Preisverleihung. Ansonsten bot die Show wenig Gründe zum Ausrasten. Madonna performte das erste Mal ihre aktuelle Single „Hung Up“ live im Fernsehen. Das wars. Dieses Mal küsste sie keine jungen Pop-Prinzessinnen, erhielt dafür allerdings von Moderator Ali G., pardon: Borat Sagdiyev, die fragwürdige Auszeichnung, ein Transvestit zu sein. Die Angesprochene bezeichnete dafür ihrerseits den Musikheiligen Bob Geldof als Fucker … oder so. Alles in allem also keinen größeren Aufschrei wert. Die im Vorfeld als große Award-Absammler gehandelten Gorillaz und Coldplay mussten dann auch eher kleinlaut die Halle verlassen. Green Day hatten bei den Video Music Awards vorgemacht, wie man einer Favoritenrolle gerecht wird: Sie nahmen acht Auszeichnungen mit nach Hause. Auch dieses Mal konnten sie zwei der hässlichen Trophäen abstauben (Beste Rockband, Bestes Album). Coldplay und die Gorillaz holten sich (sieht man vom Best UK/Irish-Act-Preis ab, den Coldplay gewannen) nur einen Award für den Besten Song („Speed Of Sound“ von Coldplay) und als beste Gruppe ab. Robbie Williams lieferte eine eher durchschnittliche Show ab und bekam seinen Preis als Best Male Artist von den ziemlich dämlich aus der Wäsche guckenden t.A.t.U. überreicht. Moderator Borat machte dümmliche Witzchen, aber als Freddy Mercury-Persiflage eine gute Figur. Madonna verlieh nach ihrer juvenilen Performance noch den Sozialengagement-Award „Free Your Mind“ an den Live Aid-Mann Bob Geldof und nannte ihn bei ihrer Laudatio zärtlich einen Fucker. Nun ja, muntern wir uns doch damit auf, dass sich wenigstens wieder ein paar Europäer über den Gewinn des European Music Award freuen konnten … Wenn es ansonsten recht wenig Aufregendes zu sehen gab. Hier die Gewinner der einzelnen Kategorien: Best Male Robbie Williams Best Female Shakira Best Group Gorillaz Best Rock Green Day Best Hip-Hop Snoop Dogg Best Alternative System Of A Down Best Song Coldplay „Speed Of Sound“ Best R&B Alicia Keys Best Pop The Black Eyed Peas Best Album Green Day „American Idiot“ Best New Act James Blunt Best Video The Chemical Brothers „Believe“ Best German Act Rammstein Free Your Mind Award Sir Bob Geldof